Anatomie · Zahnwechsel · Pflege
42 Zähne – aber vier Zahnarten mit verschiedenen Aufgaben
Ein ausgewachsener Hund hat meist 42 bleibende Zähne. Entscheidend sind nicht nur Anzahl und Form, sondern auch gesundes Zahnfleisch, ein schmerzfreier Biss und regelmäßige Plaque-Kontrolle.
Hundegebiss: die Kurzantwort
Die meisten erwachsenen Hunde haben 42 Zähne: 12 Schneidezähne, 4 Fangzähne, 16 Prämolaren und 10 Molaren. Das Milchgebiss umfasst 28 Zähne. Der Zahnwechsel beginnt meist im dritten bis fünften Lebensmonat und ist ungefähr mit sieben Monaten abgeschlossen.
Die Zahnzahl allein sagt noch nichts über die Zahngesundheit aus. Mundgeruch, gerötetes Zahnfleisch, Beläge, Schmerz oder ein veränderter Biss gehören tierärztlich beurteilt. Diese Seite hilft bei der Vorbereitung, ersetzt aber keine Untersuchung.
Zahnformel: So verteilen sich die 42 Zähne
Im Oberkiefer liegen 20, im Unterkiefer 22 bleibende Zähne. Die folgende Aufteilung beschreibt das typische vollständige Erwachsenengebiss.
Hinweis
Hundetraining-App oder Ruheplan?Vergleiche erst die Optionen und starte mit einem ruhigen, alltagstauglichen Plan.Trainings-Apps vergleichen| Zahnart | Anzahl | Aufgabe im Gebiss |
|---|---|---|
| Schneidezähne | 12 | Abnagen, Greifen und feine Pflegebewegungen |
| Fangzähne | 4 | Festhalten und Tragen |
| Prämolaren | 16 | Zerteilen und Zerdrücken |
| Molaren | 10 | Zerdrücken und weitere Zerkleinerung |
Nicht jeder Hund besitzt tatsächlich alle 42 Zähne. Fehlt ein bleibender Zahn, kann eine tierärztliche Untersuchung mit Dentalröntgen klären, ob er nicht angelegt ist oder im Kiefer nicht durchgebrochen ist.
Zahnwechsel beim Hund: 28 werden zu 42
Welpen kommen zahnlos zur Welt. Das Milchgebiss umfasst später 28 kleinere, spitzere Zähne. Beim Zahnwechsel folgen auf die Schneidezähne gewöhnlich Fangzähne und Prämolaren; die Molaren erscheinen nur im bleibenden Gebiss.
- Etwa ab Monat 3 bis 5: Die ersten bleibenden Zähne werden sichtbar.
- Bis ungefähr Monat 7: Das bleibende Gebiss sollte weitgehend vollständig sein.
- Wichtig: Stehen Milchzahn und bleibender Zahn nebeneinander, sollte die Tierarztpraxis prüfen, ob ein persistierender Milchzahn vorliegt.
- Nicht selbst ziehen: Ein lockerer oder abgebrochener Zahn gehört nicht in Eigenregie behandelt.
Warnzeichen für Zahnprobleme
Hunde zeigen Zahnschmerzen nicht immer deutlich. Manche fressen trotz Beschwerden weiter. Veränderungen im Maul und beim Kauen sind deshalb wichtiger als die Frage, ob der Napf noch leer wird.
| Beobachtung | Mögliche Bedeutung | Nächster Schritt |
|---|---|---|
| Starker Mundgeruch | Plaque, Entzündung oder andere Maulerkrankung | Zeitnah untersuchen lassen |
| Rotes oder blutendes Zahnfleisch | Gingivitis oder Verletzung | Tierarzttermin vereinbaren |
| Einseitiges Kauen oder Futter fallen lassen | Schmerz, lockerer oder beschädigter Zahn | Nicht abwarten |
| Schwellung im Gesicht oder unter dem Auge | Unter anderem Zahnwurzelproblem möglich | Dringend abklären |
| Abgebrochener oder dunkel verfärbter Zahn | Pulpa kann betroffen sein | Zeitnah zahnmedizinisch beurteilen lassen |
Hundezähne putzen: eine sichere Routine
Regelmäßiges Zähneputzen ist die wirksamste häusliche Maßnahme gegen Plaque. Täglich ist ideal; mehrmals pro Woche kann ebenfalls helfen. Trainiere langsam und beende die Einheit, bevor dein Hund sich stark wehrt.
- Berührung üben: Erst Lippen und Maulwinkel kurz anfassen und ruhig belohnen.
- Passendes Material: Eine weiche Hunde- oder Kinderzahnbürste und ausschließlich für Hunde geeignete Zahnpasta verwenden.
- Außenflächen putzen: Die Lippen anheben und besonders den Zahnfleischrand mit kleinen Bewegungen reinigen.
- Kurz beginnen: Anfangs wenige Sekunden, dann Dauer und Bereiche schrittweise steigern.
- Schmerz ernst nehmen: Bei Blutung, Abwehr, lockerem Zahn oder Schmerz nicht weiterputzen, sondern untersuchen lassen.
Keine menschliche Zahnpasta verwenden. Produkte für Menschen sind nicht zum Abschlucken durch Hunde gedacht. Auch eine professionelle Zahnreinigung lässt sich nicht durch Putzen ersetzen, wenn bereits fester Zahnstein oder eine Erkrankung unter dem Zahnfleischrand besteht.
Produkte können ergänzen – nicht heilen
Für Zahnpflegeprodukte lohnt ein Blick auf nachvollziehbare Wirksamkeitsnachweise, passende Größen und die individuelle Empfehlung der Tierarztpraxis. Die VOHC-Liste nennt Produkte, deren eingereichte Daten für einen Plaque- oder Zahnstein-Claim geprüft wurden.
Für die regelmäßige mechanische Plaque-Kontrolle. Langsam antrainieren und nie menschliche Zahnpasta verwenden.
Zahnbürsten-Sets ansehenNur in passender Größe, unter Aufsicht und innerhalb der täglichen Kalorienmenge geben. Sie ersetzen das Putzen nicht.
Dental-Kauartikel ansehenWas Kauartikel und Trockenfutter nicht leisten
Normales Trockenfutter reinigt die Zähne nicht automatisch. Kausnacks, spezielle Dentalfutter oder andere Produkte können je nach geprüftem Claim ergänzen, ersetzen aber weder das Putzen noch eine tierärztliche Zahnkontrolle.
- Sehr harte Gegenstände meiden: Geweihe, Hufe und sehr harte Nylonknochen können Zahnfrakturen verursachen.
- Tennisbälle nicht als Dauerkauartikel: Die raue Oberfläche kann Zähne stark abreiben.
- Aufsicht: Größe und Form eines Kauartikels müssen zum Hund passen; verschluckbare Reste entfernen.
- Zahnstein: Feste Ablagerungen und Erkrankungen unter dem Zahnfleischrand gehören in tierärztliche Hände.
Eine professionelle Untersuchung beurteilt jeden Zahn, den Biss und das Zahnfleisch. Ob Dentalröntgen, Reinigung, Füllung, Wurzelbehandlung oder Extraktion nötig sind, entscheidet die Tierärztin oder der Tierarzt nach Befund.
Quellenstand: Juli 2026. Geprüft wurden die Vetmeduni Wien zum Hundegebiss und Zahnwechsel, die Vetmeduni-Hinweise zur Vorsorge, das MSD Veterinary Manual zur Zahnformel, das MSD Veterinary Manual zur Zahnentwicklung, die WSAVA Global Dental Guidelines, die AVMA-Hinweise zur häuslichen Zahnpflege und die VOHC-Liste geprüfter Plaque- und Zahnstein-Claims.
Danach sinnvoll weiterlesen
Wenn Schmerzen, Fressprobleme oder Behandlungskosten im Raum stehen, helfen diese nächsten Schritte bei der Vorbereitung.
FAQ zum Hundegebiss
Wie viele Zähne hat ein Hund?
Die meisten erwachsenen Hunde haben 42 bleibende Zähne: 12 Schneidezähne, 4 Fangzähne, 16 Prämolaren und 10 Molaren. Im Milchgebiss sind es 28 Zähne.
Wann ist der Zahnwechsel beim Hund abgeschlossen?
Der Zahnwechsel beginnt meist im dritten bis fünften Lebensmonat. Ungefähr mit sieben Monaten sollte das bleibende Gebiss weitgehend vollständig sein. Doppelzähne oder fehlende Zähne gehören kontrolliert.
Wie oft sollte ich meinem Hund die Zähne putzen?
Tägliches Putzen ist ideal. Mehrmals pro Woche kann ebenfalls helfen. Verwende eine weiche Bürste und ausschließlich Zahnpasta, die für Hunde vorgesehen ist.
Ist Mundgeruch beim Hund normal?
Anhaltend starker Mundgeruch ist kein normaler Altersgeruch. Er kann unter anderem auf Plaque, Zahnfleischentzündung oder andere Erkrankungen im Maul hinweisen und sollte untersucht werden.
Hinweis
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